Summer School zu Besuch


Ende Juli hatten wir ganz besonderen Besuch bei uns im Büro: Die Summer School der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster hatte sich angemeldet und wollte im Rahmen ihrer einwöchigen Social Entrepreneurship Woche für ausländische Studenten ein Praxisbeispiel vorstellen. Dafür hat sich die Hochschule unser Projekt bayti hier ausgesucht. Circa 90 Minuten lang haben wir einen englischsprachigen Vortrag gehalten und Einblicke in unsere Arbeitsweise und -räume gewährt. Im Anschluss konnten die Studenten, die alle aus Mexiko, Bolivien oder Honduras zu Besuch waren, noch Fragen stellen und mit uns ins Gespräch kommen. 

Social Entrepreneurship oder Sozialunternehmertum ist im Volksmund häufig eine beiläufige Modeerscheinung. Es meint nicht viel mehr als nachhaltige Lieferketten und die Motivation, gesellschaftliche Veränderung herbeizuführen. Sprich: Ökonomie mit nachhaltigem, fairen Blick auf Umwelt und Menschen. Gerade in Deutschland und in der gesamten westlichen Welt, in der wir sehr wohlständig leben, sollten wir offen sein für Sozialunternehmertum. Denn uns geht es gut, wir haben mehr als genug zum Überleben, und könnten der Umwelt und unseren Mitmenschen einen Teil davon zurückgeben, ohne existentielle Einbußen zu haben. 

In anderen Teilen dieser Welt sieht das ganz anders aus. Und die ausländischen Studenten, die uns besucht haben, kamen aus Teilen dieser Welt. Hier gibt es wenig im Überfluss und Wohlstand ist lange nicht in allen Ecken dieser Länder angekommen. Erstaunlich ist daher, dass sie ein unglaublich großes Bewusstsein für Sozialunternehmertum haben. Ihr Interesse an Nachhaltigkeit und Menschenrechten ist beeindruckend. Wer glaubt, dass in weniger wohlständigen Ländern dieser Welt, jeder sprichwörtlich "seinen eigenen Arsch zu retten" versucht, liegt falsch. Sie sind besorgt umeinander und messen Sozialunternehmertum eine besondere Bedeutung bei.

Ob das jetzt an der exklusiven Gruppe von Social Entrepreneurship Studenten lag, die in Münster zu Besuch waren, oder ob man das verallgemeinert darstellen darf, können wir nicht abschließend beurteilen. Was wir aber beurteilen können: Sozialunternehmertum ist wichtig und sollte auch bei uns in Deutschland nicht länger belächelt werden. Ökonomie und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch!

Autor: Michael