Sagt "Marhaba"


Es ist immer wieder beeindruckend, was kleine Gesten für Wunder bewirken. Seit Beginn unserer Zusammenarbeit mit Ilham und Mohammad Ali, den beiden syrischen Geflüchteten, begrüßen wir die beiden jedes Mal aufs Neue mit einem simplen "hallo". Aber nicht wie ihr jetzt denkt, sondern auf arabisch: gesprochen, "marhaba". Und jedes Mal aufs Neue bekommen wir ein breites Lächeln zurück. Das Eis bricht, immer wieder, Respekt und Vertrauen haben sich aufgebaut. Inzwischen ist daraus viel mehr entstanden: Freundschaft!

Das ist ein schönes, weil so einfaches Rezept. Natürlich müssen Ilham und Mohammad Ali deutsch lernen. Und natürlich ist es auch nicht unsere Pflicht, mit ihnen arabisch zu reden. Aber gerade deshalb ist es ein Zeichen des Respekts und des Willkommens-Heißens, dass wir ihnen anfängliche Schwierigkeiten abnehmen. Eine neue Sprache zu lernen, ist schwer. Ganz davon abgesehen, dass die deutsche Sprache ohnehin sehr kompliziert ist. Wir kennen das aus der Schule. Es ist unangenehm, eine neue Sprache zu sprechen, in der wir uns unsicher fühlen. Lieber freuen wir uns, wenn die Französisch-Stunde vorbei ist und wir auf dem Pausenhof wieder deutsch reden können. So ähnlich muss es auch den vielen Geflüchteten gehen. Und wenn wir ihnen dabei helfen können, einen Teil ihrer Scham abzulegen, indem wir uns ebenfalls mit einem Fuß in unbekanntes Terrain begeben, entsteht daraus eine Begegnung auf Augenhöhe. Probierts aus.

Dazu kommt: Wenn wir Geflüchtete willkommen-heißen, ist die Motivation derer, sich zu integrieren, gleich viel größer. Nur wo sich Menschen wohl fühlen, möchten sie bleiben. Und wer bleiben möchte, wird lernen. Integration ist ein bisschen wie Domino spielen. Wenn beide Seiten wollen, wird der erste Stein fallen. Der Rest kommt von allein!

Wir wollen!

Unser bayti hier Vokabelheft:

Marhaba = Hallo
Tamam = Sehr gut
Nem = Ja
La = Nein
Schufcon baden = Auf Wiedersehen
Anna es mi...= Ich heiße...
Anna sacen bi...= Ich komme aus...